Skip to content

Olli, der Hund

Das Kind hat keinen Namen und der Hund heißt Olli. Der Olli bringt Stöckchen, und der kleine Bub befiehlt dem Olli, was zu tun sei. Da aber dabei immer das Stöckchen im Spiel ist, das der Olli ziemlich toll findet, ist nicht herauszufinden, ob der Olli wirklich jemals das tun würde, was ihm gesagt wird. Die beiden freuen sich sichtlich, einander zum Spielen gefunden zu haben. Ich kaue Apfelbrot und hätte lieber heißen Tee als kaltes Wasser. Zwei Stunden Marsch liegen hinter mir – und auch noch vor mir. Ein Novemberherbst, schon zu spät viel Uhr des nachmittags, der Tag wird schon merklich kälter, ein paar letzte Bäume sind hier oben noch bunt und kontrastieren sich mit grauen Ästen und distanziertem Nebel, durch den sich in der Ferne der Turm eines Schlösschens hervortun möchte. Der Olli und der Bub haben zwei Frauen mit dabei, die eine scheint einen Kinderwagen wie einen Rollator zu benutzen. Die beiden Frauen gehen mit gesenktem Blick durch die Natur, von Weitem könnte man meinen, eine tiefe Trauer drücke ihnen auf die Schultern und halte sie gebeugt. Bis man die Großbildschirmtelefone in ihren Händen sieht. Als sie bei mir vorbeikommen, sagt die eine: „Na, dann hätten wir auch hier oben parken können.“ Ein einziges Auto steht in fünfzig Metern Entfernung auf einem sehr großen und sehr sehr leeren Parkplatz. Ich breche auf, die Dunkelheit bricht früh herein in dieser Zeit und es ist noch ein gutes Stück.

Foto: Pixabay, bearbeitet vom Autor.

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden.
Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.
Formular-Optionen