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Kugelmenschen

Ich fange an, das äußerlich Profes­sionelle zu hassen. Also eigentlich nicht. Aber dann schon auch wieder. Die perfekten Home­pages, die glatten LinkedIn-Profile, die Glanz­welt Face­book. Wir haben keine Schokoladen­seite mehr, wir sind Schokoladen­seite. Nach außen hin. Um das auf 100 Prozent zu bringen, darf man keine Vorder- und Rück­seite mehr annehmen, das einzig mögliche geometrische Objekt ist die Kugel: Außen Schokoladen­seite, innen der Rest. Man sitzt in der Mitte seiner Kugel und das Erste was man sieht, ist die schmutzige Innen­seite, all die Häss­lich­keit, all das Unperfekte, das man nicht auf die äußere Wand gemalt hat. Man bleibt allein damit, wenn man es nicht zeigt, und das ist ungesund. Der eigene Glanz sollte viel mehr nach innen strahlen. (Auch interessant sind die Kugel­menschen von Platon, aber das ist eine andere Geschichte.)

Foto: Pixabay, bearbeitet vom Autor

Die Fressfabrik

Wenn es spät wird, und das wird es notgedrungen immer mal wieder, dann passiert es: Ich lande in der Fressfabrik. Die verwandelt sich gerade. Ich schaue dem Typen auf dem Bildschirm über der Theke zu. Der bestellt mit Sprechblasen. Der Schnitt des Videos suggeriert, dass sein Burger produziert wird, sobald die Frau an der Kassenmaschine auf den Burgerknopf drückt. Alles ganz frisch. Falls man nicht gleich bei einem dieser neuen hochkanten Monsterbildschirme bestellt. Dann muss man auch keinen Menschen mehr anschauen. Überhaupt, Menschen, das wäre eklig. Am Ende sprechen die noch! Zum Glück gibt es in der Fressfabrik keinen persönlichen Kontakt mehr. Ich setze mich auf einen Stehhocker mit meiner Nummer in der Hand – endlich bin ich nicht mehr Kunde, sondern wie überall sonst auch nur noch eine Nummer.

Der Bildschirmtyp über der Warenausgabe zeigt schon zum siebten Mal mit dem Daumen nach oben. Die Fressfabrik rauscht und piept. Sie piept sehr sehr viel. Die Menschen, die im hastigen Tempo der Fressfabrik herumhuschen sehen nicht so glücklich aus. Dabei erleben sie doch unseren herrlichen Kapitalismus in Reinform: Arbeitskräfte maximal auslasten bei minimal noch erträglicher Bezahlung. Herrlich ist dieses System eben nicht für alle und Effizienz hat ihren Preis. Der Typ auf dem Bildschirm zeigt zum neunten Mal mit dem Daumen nach oben. Ich, die Kundennummer, erscheine nun neben ihm als „abholbereit“. Dann fällt mir auf, dass nicht nur die Arbeitsbedingungen, sondern auch die restliche Einrichtung irgendwie hässlich und unmenschlich geworden ist. Ich erahne, dass ein Profi den genauen Grad an Ungemütlichkeit bestimmt hat, bei dem Kunden nicht wegbleiben, aber auch nicht zu lange verweilen, sodass ein höherer Durchsatz in gleich groß bleibenden Räumlichkeiten möglich wird.

Ich möchte nicht mehr in die Fressfabrik gehen, denke ich und sehne mich nach ein mehr Ruhe und Wärme in Mensch und Einrichtung. Mir schmeckt das ganze Ding nicht mehr.

Herdentiere

Pferde sind Herdentiere, sagt man. Und dann stehen sie da auf der Weide, die Stute neben dem Fohlen, und manche sind eher so paar­weise. Sie möchten nicht weg von der Herde, allein mit so einem Zweibein zum Aus­ritt in den fernen Wald. Da wird gewiehert und mit den Hufen gescharrt. Das ist klar, sagen die Zwei­beiner, das sind ja auch Herden­tiere, bei denen ist das so. Doch ganz selbst­verständlich verlangen wir, dass eines von ihnen allein mit uns geht. Und ohne es zu merken verlangen wir von uns selbst, dass wir ganz alleine mit einer fremden Spezies gehen. Kein vernünftiges Pferd wird das je verstehen.

Sieben Moskitos

Im Grunde wäre es natürlich schöner, die sieben Moskitos nicht einfach so tot­­zuschlagen. Natürlich hat das alles einen Sinn. Den Sinn, dass man nicht so sa­ckrisch ver­zwiebelt wird in der Nacht, wenn man seinen alten Ranzen auf die Mat­ratze wirft. Aber schöner wäre es doch, die sieben Moskitos nur für dich zu er­schlagen. Das gäbe dem Ganzen etwas Helden­haftes, wie es einem jeden moralisch wohl­feilen Töten gebührt. Du würdest von der Bett­statt aus zusehen; ich würde morden und heim­kehren an deine Seite, in die Wärme unter unserer Decke, in deine Arme, an deine herzende Brust. Die Welt ein bisschen besser gemacht in roher Manier, jawoll. Sieben tote Moskitos in nur einer Nacht, was für ein Mann!

Foto: Pixabay, bearbeitet vom Autor

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